Konfessionelle Kooperation und religionsdialogischer Unterricht

Der Religionsunterricht an beruflichen Schulen wird faktisch schon lange und an vielen Orten im Klassenverband organisiert. In vielen Bundesl√§ndern geschieht dies pragmatisch und ohne rechtliche Grundlage. Die Konfession des Unterrichts richtet sich dabei nach der Konfession der Lehrkraft. In einigen Bundesl√§ndern gibt es Vereinbarungen zur konfessionellen Kooperation zwischen ev. und kath. Kirche und dem jeweiligen Bundesland, die aber nur in Niedersachsen f√ľr berufliche Schulen umgesetzt wurden. In Hamburg gibt es einen Religionsunterricht in Verantwortung mehrerer Religionsgemeinschaften (aber nicht der kath. Kirche). Mittlerweile gibt es in den meisten Bundesl√§ndern Formen des islamischen Religionsunterrichts, die in den beruflichen Schulen aber (noch) nicht fl√§chendeckend angeboten werden.

Die Ev. Kirche in Deutschland √∂ffnet sich in ihrer Denkschrift “Religi√∂se Orientierung gewinnen” (2014) sowohl f√ľr konfessionelle Kooperation als auch f√ľr Formen der interreligi√∂sen Zusammenarbeit. Die Empfehlungen der Deutschen Bischofkonferenz “Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts” (2016) er√∂ffnen den einzelnen Di√∂zesen Formen der konfessionellen Zusammenarbeit, bleiben aber in der Frage des religionsdialogischen Lernens zur√ľckhaltend.

Eine Projektgruppe “Interreligi√∂se Religionsp√§dagogik” hat Anfang 2020 ein Diskussionspapier vorgelegt, das M√∂glichkeiten einer Weiterentwicklung des Religionsunterrichts beschreibt und von Fachleuten des BRU mitverfasst wurde.